Automatisch löschen ist sicherer

Undichtheiten Im Motorraum oder nachlässige elektrische Installationen sind brandgefährlich, deshalb sollte an Bord eines Omnibusses eine Brandvorsorge nicht fehlen. Zumindest im Motorraum, 80 Prozent aller Omnibusbrände entstehen dort.

Man möchte es einfach nicht glauben. Mehr als ein Prozent aller Omnibusse sind jedes Jahr in einen Feuerunfall verwickelt. Manche ziehen fatale Folgen nach sich, wie beispielsweise der tragische Omnibusbrand im November 2008 nahe Hannover, der 20 meist jungen Personen das Leben kostete. Noch immer spricht die Polizei von technisch mangelhaften Fahrzeugen, die in der alltäglichen Untersuchungspraxis gar nicht so selten anzutreffen sind. Erfahrene Spezialisten finden gerade bei älteren Fahrzeugen Ölleckagen, die sie nicht mehr als lässliche Sünden ansehen. Öl, das über Auspuffteile tropft oder korrodierte Abschirmbleche sind brandgefährlich, erfahrene Polizeibeamte
rügen den scheinbar sorglosen Umgang, mit dem manche deutsche Unternehmer ihre Busse auf die Straße bringen. Das bestätigt auch Bus-Report 2012 des TÜV, der von einer ansteigenden Quote erheblicher Mängel berichtet. 0,2 Prozent, immerhin 160 der untersuchten Omnibusse erwiesen sich als verkehrsunsicher, die sofort stillgelegt werden mussten.

Schweden: 60 Prozent aller Busse haben Löschanlagen
Und noch immer ärgert die Sorglosigkeit vieler Beteiligter, noch immer sind Feuerlöschanlagen in Omnibussen nicht verpflichtend, noch immer wird um internationale Sicherheitsstandards gerungen. Immerhin haben sich die großen Omnibushersteller in Europa zu einer Selbstverpflichtung durchgerungen, allen Omnibussen mit Heckmotoren Brandmeldeanlagen zu verpassen. Der Fahrer bekommt beim Auslösen ein Warnsignal: höchste Zeit, den Bus zu evakuieren. Denn das Löschen eines entflammten Motorbrandes ist mit herkömmlichen Bordmitteln wie Feuerlöschern nicht mehr in den Griff zu bekommen. Dass ein höherer Ausrüstungsgrad mit automatischen Feuerlöschanlagen zu signifikanten Ergebnissen führt, zeigt das Beispiel Schweden, wo nur noch 40 Prozent aller Omnibusse ohne Feuerlöschanlagen im Einsatz sind. Überdies werden dort seit 2001 alle Omnibusse im Zuge ihrer gesetzlichen Sicherheitsuntersuchung auf Feuergefahr hin inspiziert.

Forrex: der Brandquelle den Sauerstoff nehmen
Mehr als 80 Prozent aller Omnibusbrände entflammen Im Motorraum, der Fakt ist geschert. Ein Löschsystem lohnt sich in jedem Fall, bei jedem Hersteller findet sich eines auf der Optionsliste. Es lässt sich auch nachrüsten, die Installation ist überschaubar. Dass ein solches System in keinem öffentlichem Verkehrsmittel fehlen sollte, meint auch der schwedische Brandschutzspezialist Dafo. Heute ist es möglich, einen Brand bereits in der Entstehungsphase zu detektieren und vollautomatisch zu bekämpfen. Dafo setzt auf das Löschmittel Forrex, eine Flüssigkeit in einem drucklosen Tank. Das System mit Schmelzsicherungen löst bei entstehender Hitze aus und nimmt der Brandquelle den Sauerstoff mit dem Löschmedium. Das System wurde unter Realbedingungen getestet und ist für jeden Omnibus einsatzbereit. (wt)