Mobil sein in jeder Lebensphase – Workshop des Landratsamtes Ravensburg in Grünkraut ein Erfolg

Passe ich mit dem Rollstuhl zu Hauptverkehrszeiten überhaupt noch in den Bus? Was, wenn ich nicht schnell genug aussteigen kann? Woran erkenne ich ein Niederflurfahrzeug bereits am Fahrplan? Habe ich Anspruch auf einen Sitzplatz? Wie komme ich mit dem Rollator in den Bus? Und: Wer gilt eigentlich alles als „mobilitätseingeschränkt“?

Diese und weitere Fragen beantwortete Herr Fortenbacher von der Fahrerakademie Süd bei einem Mobilitätsworkshop des Landratsamtes Ravensburg, der am 24.04.2017 in Grünkraut stattfand. Die Veranstaltung fand im Rahmen der Inklusionskonferenz des Landkreises statt und richtete sich sowohl an Busfahrer, als auch an mobilitätseingeschränkte Personen. Nach einem spannenden Theorieteil, den der Referent durch seine jahrzehntelange Berufserfahrung mit erstaunlichen, witzigen oder traurigen Episoden aus der Berufspraxis bereicherte, ging es ins Freie.

Im geschützten Rahmen konnten die Teilnehmer dort das sichere Ein- und Aussteigen sowie das richtige Verhalten im Bus erproben. Dafür sind einige Busfahrer des Busunternehmens Schuler aus Bodnegg extra für den Workshop mit einem Linienbus angereist. Einsteigen, Platz suchen, Aussteigen....Klingt eigentlich ganz einfach. Recht problemlos funktionierte das Einsteigen zum Beispiel an der Haltestelle „Herrenfeld 1“, wo das sogenannte „Kasseler Bord“ mit hoher Bordsteinkante den Zustieg bzw. die Auffahrt in den Bus über die Rampe deutlich erleichtert. Anders sieht es zum Beispiel am „Sonnenhof“ in Gullen aus. Hier stellt die Höhendifferenz zwischen dem Fahrzeug und dem Bordstein durchaus eine Barriere für Rollstuhlfahrer oder Menschen, die schlecht zu Fuß sind, dar.

Am Ende des Nachmittages wurde vor allem das aussergewöhnliche Veranstaltungsformat gelobt. „Eine gemeinsame Schulung für Busfahrer und mobilitätseingeschränkte Personen ermöglicht neue Sichtweisen,“ sagte Frau Schefold vom Landratsamt, die die Mobilitätsworkshops organisiert. Der Busfahrer setzt sich mit den Fragestellungen und Hemmnissen seiner Fahrgäste auseinander und kann so besser auf deren Bedürfnisse reagieren. Auch die Fahrgäste bekommen einen Eindruck vom Berufsalltag des Busfahrers. Ein Perspektivenwechsel findet statt, der dem gegenseitigen Verständnis und der Rücksichtnahme dienlich ist. Neben der guten Verpflegung, intensiven Gesprächen einigen Aha-Effekten hats vor allem auch eines: Spaß gemacht. So manche Barrieren für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen dürfen 2022 passé sein. Bis dahin soll der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) nämlich barrierefrei sein. Das heißt unter anderem auch, dass ab dann sowohl im Schienen- als auch im Busverkehr nurnoch barrierefreie Fahrzeuge zum Einsatz kommen dürfen.

Sie haben den Workshop verpasst?
Kein Problem. Am 26.06.2017 findet dieser noch einmal von 14:00-18:00 Uhr statt, diesmal im Bürgersaal Waldburg. Bitte melden Sie sich dafür unbedingt bei der Gemeindeverwaltung in Waldburg an, da die Plätze begrenzt sind. Die Verwaltung erreichen Sie unter der Telefonnummer: 07529/97170. Gerne können Sie sich auch per E-Mail unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! anmelden. Die Veranstaltung ist kostenlos, Begleitpersonen sind ebenfalls herzlich willkommen. Haben Sie Fragen zum Inhalt und Ablauf des Workshops? Corinna Tonoli beantwortet diese gerne unter: 0751/7693515.

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