Kinder trainieren sicheres Busfahren

Bodnegg / sz Um das Busfahren für ihre jüngsten Fahrgäste sicherer zu machen, organisiert Omnibus Schuler in Bodnegg seit zwei Jahren einmal jährlich ein Sicherheitstraining speziell für Kindergartenkinder. Dieses Jahr waren sieben Kinder vom Kindergarten St. Martinus in Bodnegg dabei.Bodnegg sz Um das Busfahren für ihre jüngsten Fahrgäste sicherer zu machen, organisiert Omnibus Schuler in Bodnegg seit zwei Jahren einmal jährlich ein Sicherheitstraining speziell für Kindergartenkinder. Dieses Jahr waren sieben Kinder vom Kindergarten St. Martinus in Bodnegg dabei.

Die Kinder sind höflich. Auf die Frage „Was müsst ihr beim Einsteigen als Erstes machen?“ krähen sie: „Guten Morgen sagen!“ Ein Bus von Omnibus Schuler parkt direkt vor dem Kindergarten, die Kinder im Alter von vier und fünf Jahren steigen zusammen mit ihrer Erzieherin ein. Sie wirken entspannt und fröhlich, sie freuen sich. Brigitte Kobel von Omnibus Schuler trainiert mit ihnen das richtige Verhalten im Bus. Mit dabei ist Artur Schitz, der den Bus lenkt. Auch Kobel ist gelernte Busfahrerin und macht seit sechs Jahren Sicherheitstrainings, vor allem mit Schülern. Die Anregung, dasselbe auch für Kindergartenkinder anzubieten, kam von den Busfahrern.

Zehn Kindergartenkinder aus der Umgebung von Bodnegg fahren mit den Bussen von Omnibus Schuler. Manche werden von einem Geschwisterkind begleitet, manche fahren alleine. Deshalb das Training. „Uns ist wichtig, dass sie nicht untergehen“, sagt Brigitte Kobel.

Die gefährlichsten Plätze im Bus

Das Training beginnt. „Okay. Guten Morgen sagen. Und was macht ihr dann?“ „Hinsitzen!“ „Ja, stimmt. Aber richtig.“ Am fünfjährigen Lysander demonstriert Kobel, wie die Kleinen im Bus richtig sitzen: „Guckt, die Füße von Lysander berühren gar nicht den Boden. Damit er sicher sitzt, muss er sich festhalten.“ Weil die Kinder zusammen mit Schülern im Bus fahren, erklärt sie auch, wohin die Schulranzen kommen: zwischen die Beine der Schüler und nicht etwa hinter den Rücken eines sitzenden Kindes.

Kobel läuft in den hinteren Teil des Schulbusses, die Kinder rennen hinterher, sie sind mit Feuereifer dabei. „Hier ist der gefährlichste Platz im Bus“, sagt sie und zeigt auf den hintersten Platz in der Mitte. „Hier könnt ihr euch nirgends festhalten. Wenn der Bus stark bremst, fliegt ihr nach vorne. Schüler sitzen hier gern, weil sie dann alles im Blick haben, aber für euch ist das nichts.“

Die Sicherheitstrainerin erklärt mit einfachen Worten weitere Dinge, die es im Bus gibt: rote Halteknöpfe, Notausstiege in der Decke, Hämmerchen zum Zerschlagen der Sicherheitsscheibe. Die Stangen sind zum Festhalten da und nicht zum Turnen, der Boden zum Stehen und nicht zum Sitzen. Und ganz wichtig: Wenn den Kindern etwas auffällt oder sie ein Problem haben, sollen sie zum Busfahrer gehen: „Er ist euer wichtigster Ansprechpartner.“

Manche Kinder sind zum ersten Mal dabei. Andere wie der fünfjährige Lysander haben das Training schon einmal mitgemacht. „Es ist wahnsinnig, was sie alles aufnehmen“, erzählt die Trainerin. Sie achte darauf, dass es den Kindern Spaß mache und nicht zu lange dauere. 45 Minuten maximal.

Sicheres Ein- und Aussteigen

Für den zweiten Teil des Trainings fährt der Bus zum Bildungszentrum in Bodnegg. An der Haltestelle fragt Kobel: „Was müsst ihr beim Aussteigen machen?“ „Tschüss sagen!“ rufen die Kleinen. Einzig Lysander schreit: „Gucken!“ „Ja, stimmt. Nach rechts und links schauen.“ Zuvor hatte sie demonstriert, wie die Bustür reagiert, wenn ein Mensch darin steht. Ein wichtiger Hinweis für die Mädchen und Jungs, denn: „Die Tür geht nicht zu, wenn was Größeres drin ist. Aber den Zipfel deiner Jacke merkt die Tür nicht. Deshalb, wenn du zu spät dran bist und die Tür zugeht: Lieber stehen bleiben! Nicht dass ein Zipfel deiner Jacke in der Tür hängen bleibt.“

Auf den Gehweg bei der Haltestelle stellt die Trainerin einen biegsamen Pfosten aus Plastik. Sie bittet den Busfahrer, einmal im Kreis und dann die Haltestelle anzufahren. Der Bus kommt an, der vordere Teil des Fahrzeugs schiebt sich fast zwei Meter über die Bordsteinkante, biegt den Pfosten nach hinten, doch die Vorderräder berühren den Bordstein noch lange nicht. Die Kinder schauen gebannt zu. „Seht ihr? Deshalb müsst ihr Abstand zur Bordsteinkante halten.“, erklärt sie.

Als krönenden Abschluss dürfen die Kleinen auf den Sitz des Fahrers klettern und schauen, wie viel sie in den Rück- und Seitenspiegeln sehen. Am Schluss lobt sie Kobel fürs eifrige Mitmachen und fragt „Wo sollen wir jetzt hinfahren? Zum Kindergarten oder nach Italien?“ Die Kinder rufen im Chor: „Nach Italien!“

Quelle: Schwäbische Zeitung